Hauptberuflich machen wir eigentlich etwas ganz anderes, aber der Tango ist inzwischen ein unverzichtbarer Teil unseres Lebens geworden.
Unser erster gemeinsamer Kontakt mit dem "echten" Tango erfolgte 1998 an der Wiege des Tango in Buenos Aires bei einem der grössten, alten Maestros und nach wie vor einem unserer wichtigsten Lehrer, Mingo Pugliese und seiner Frau Esther - die nach seiner eigenen Aussage 60% ihres Tangotanzens ausmacht. 3 Jahre hintereinander sind wir zu den beiden gefahren und haben von ihnen alles gelernt was das "Sistema Pugliese" ausmacht - ein sehr klares Unterrichtssystem das auf dem Giro in 8 Taktschlägen basiert und daraus die gesamte Technik des Tango entwickelt. Das System der Puglieses hat den Vorteil, dass man als Anfänger unter all den Techniken nicht den Überblick verliert und von Anfang an improvisiert bzw. besser gesagt variiert tanzt, ohne an festgefahrenen Kombinationen zu klammern.
Jedes System ist aber zugleich auch ein starrer Rahmen und bald fühlten wir uns dadurch eingeengt. Durch unsere intensive Beschäftigung mit anderen Tanzstilen (Turniertanz, Tap, klassischem Ballett, Jazz- und Moderndance) wollten wir ein System, welches - in ähnlicher Form, wie in der Bewegungslehre des klassischen Tanzes - die grundsätzlichen Bewegungsmuster des Tango als Basis für die Entwicklung komplexer Bewegungsabläufe vermittelt. Auf unserer Suche nach den Lehrern, die uns dieses System vermitteln könnten, haben wir in den vergangenen Jahren alle wirklichen und weniger wirklichen Maestros kennen gelernt. Wir haben viele wunderbare Tänzer, aber nur wenige begnadete Lehrer erlebt.
Unsere Suche ist noch nicht zu Ende, denn die Auseinandersetzung mit dem Tango ist nie zu Ende, denn der wirkliche Tango ist wie das Leben - ein ständiges Wachsen, Eintauchen, Vertiefen - und wie die Musik des Tango, manchmal fröhlich, begeistert, dann wieder enttäuscht und melancholisch. Wer uns die Augen geöffnet hat?
Fabian Salas und Carolina del Rivero - mit ihrer tiefen Durchdringung des Tango als Bewegungs- und geometrische Formenlehre.
Osvaldo Zotto und Lorena Ermocida - Tango salon in Reinkultur, exakte Schrittführung, Eleganz, "Malen auf dem Boden".
Miguel Angel Zotto - mit seiner schnörkellosen Technik; weniger kann auch mehr sein.
Gustavo Naveira und Giselle Anne - der ewige Sucher und Neuerer im Tango.
Cesar Coelho und Guilermina Quiroga - die perfekte Symbiose aus klassischem Tanz und Tango Argentino, mit einem tiefen Verständnis der Körperarbeit im Tango.
Oliver Kolker und Silvina Vals - derzeit vielleicht die besten Milonga Tänzer und Lehrer.
... und immer wieder Mingo und Esther. |